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Nieder mit Chanucka!
von Rabbiner Me'ir David ben HaRav Jecheskel HaKohen Kahane

Wenn ich Reformrabbiner wäre oder ein Mitglied des religiösen Establishments, das
sich mit Hilfe seines Geldes und seiner Bekanntheit einen Platz in der Führungsspitze
und die Stimme der amerikanischen Judenheit erobert hat, oder ein Mitglied der in
Israel herrschenden Regierungselite oder ein moderner jüdischer scharfsinniger und
aufgeklärter Intellektueller - würde ich auf die Barrikaden gehen zum Kampf gegen
den gefährlichsten aller jüdischer Feiertage: das Chanuckafest.

Das Verhältnis zum Chanuckafest offenbart uns die vollkommene Idiotie der jüdischen
Gesellschaft, die kein anderes Fest kennt, das sie mit größerem "Universalismus" feiert
als das "Lichterfest", und in gleichem Maße zeigt es uns die Verlogenheit und die
intellektuelle Scheinheiligkeit der jüdischen Führung in Israel und in der Diaspora.

Wenn es irgend ein Fest gibt, das alles beinhaltet, was die Mehrheit der Weltjudenheit
und ihre Führer ablehnen, so ist es dieses; wenn es irgend ein Ereignis gibt, das
wirklich in dem verwurzelt ist, was die Juden unserer Zeit und ihre Führer ablehnen und
sogar bekämpfen, so ist es das durch dieses Fest verewigte; wenn es etwa irgend ein
Fest gäbe, das im Sinne unserer heutigen modernen Glaubenseinstellung und
-Handlungen "unjüdischer" wäre als Chanucka, so ist mir darüber bis heute nichts zu
Ohren gekommen.

Das Chanuckafest, wie es sich auf der Bühne der jüdischen Welt in seiner ganzen
Kindischkeit, Dummheit, Oberflächlichkeit, Gehirnlosigkeit und Falschheit präsentiert,
ist nicht das wahre Chanucka. Die Bedeutung des Chanuckafestes verschwand hinter
einer Nebelwand, weil jüdische Eltern im Ausland - aufgrund ihrer geistigen Leere -
etwas neben das christliche Weihnachtsfest stellen wollten. Bei diesen Leuten wurde
das Fest zu einer Art "auch-wir-haben-einen-Lichterglanz-genau-wie-unsere-
nichtjüdischen-Nachbarn" und dem Auftrumpfen, ihre spirituell verkümmerten Kinder
mit acht Geschenken zu bedenken, gegenüber dem einen Weihnachtsgeschenk, mit dem
sich das bedauernswerte christliche Kind begnügen muss.

Aus dem Chanuckafest wurde im Heiligtum des Reformrabbiners unter dessen Leitung
eine Schulvorstellung, um den strahlenden Eltern vorzumachen, dass ihre
Religionsschule etwas tauge, während es sich in Wirklichkeit um eine Tragikomödie
und Verschwendung handelt.

Das Chanuckafest in seiner neuen jüdischen Lesart von "Freiheit oder Tod" und den
Makkabäern als Freiheitskämpfern, die den Kibbuzim die Freiheit gaben, ihren
Marxismus zu deklamieren und ihr Schweinefleisch zu essen, und die reichen Juden in
den amerikanischen Mittelstädten den Schabbattag in vollkommener Freiheit mit Füßen
treten und die Reform- und Konservativtempel ihren Kampf für die Bürgerrechte der
Schwarzen und der Puertoricaner führen lassen - dieses Chanuckafest hat nicht das
Geringste mit der historischen Realität zu tun.

Dieses Chanuckafest ist nicht das Fest unserer Väter, den Generationen von Juden, die
in Europa lebten, im Jemen und in Marokko, während der Kreuzzüge, in Spanien und in
Babylon. Sicherlich ist es nicht das Chanucka, wofür die Makkabäer selber einst
starben. Wenn diese Makkabäer, die wir so sehr ehren, zu uns zurückkehrten und sähen,
was aus dem Chanuckafest wurde, würden sie ohne Zweifel einen neuen
Makkabäeraufstand anfangen; weil sie lebten, wie damals die Juden lebten, diejenigen,
die den wirklichen Grund für den Aufstand lieferten, "bajamim hahem basman haseh;
in jenen Tagen zu dieser Zeit".

Was geschah wirklich in jenen Tagen, vor mehr als zweitausend Jahren? Was brachte
eine Handvoll Juden dazu, sich mit Gewalt gegen den Feind aufzulehnen? Und wer
genau war dieser Feind? Wofür kämpften sie, und gegen wen kämpften sie?

Viele Jahre lang war das Volk in Judäa den Griechen unterworfen. Echte politische
Unabhängigkeit war während der ganzen Zeitperiode unbekannt, und trotzdem rührten
sich die Juden nicht und lehnten sich auch nicht auf. Erst als sich die griechische
Herrschaftsmethode von politischer Machtausübung zum Versuch wandelte, die
jüdische Religion zu unterdrücken, brach der Aufstand in voller Wucht los. Nicht das
übliche Verlangen nach Freiheit löste den Aufstand der Makkabäer aus, die wir so sehr
und mit soviel Begeisterung verehren. Diese, denen wie so sehr applaudieren, waren
eine kleine Gruppe entschlossener Juden, die einen Krieg führten und in Judäa ein
Blutbad anrichteten - um den Schabbat und die rituellen Speisegesetze einhalten und
den Regeln der Tora folgen zu können.

Kurz gesagt: Alles, was mit Chanucka zu tun hat und was wir verewigen und
unsere Kinder zu verewigen lehren, gilt bei uns als unmodern, dem finstersten
Mittelalter zugehörig und geeignet nur für kindliche Gemüter!

Darum waren jene, die zur Zeit von Chanucka kämpften und starben, bestenfalls
Einfaltspinsel und Vorgestrige. Hätten wir in jener Zeit gelebt, würden wir ganz sicher
nicht wie sie gehandelt haben, weil jeder Einzelne von uns "versteht", und "weiß", dass
die Gesetze der Tora nicht wirklich vom Himmel stammen, sondern von Menschen
entwickelt und erdacht wurden (schreiben dies nicht tagtäglich die Vereinigungen der
Reformjuden und ein großer Teil der Konservativen?!). Sicher würden wir nicht für
etwas streiten, was wir jeden Tag unseres Lebens entweihen! Natürlich nicht! Im
günstigsten Fall müssten wir das Chanuckafest als überflüssig, wenn nicht als idiotisch
empfinden. Chana und ihre sieben armseligen Söhne, Matitjahu und Jehuda, die
bemitleidenswerten Makkabäer, und alle die armseligen Aufständischen - waren wohl
wackere Leute voll guter Absichten, aber unheilbar bekloppt, und verursachten
obendrein total überflüssige Opfer.

*

Die Wahrheit jedoch geht noch weit darüber hinaus. Das Chanuckafest ist nicht nur
überflüssig und idiotisch, sondern auch in gefährlichem Maße unliberal und ein
Ausdruck von Fanatismus. Die erste Aktion des Makkabäeraufstandes, der erste Feind,
der in die Hände der tapferen jüdischen Helden fiel, die unsere Kinder so fröhlich und
gekonnt in ihren Schulaufführungen darstellen, war gar kein Grieche, sondern ein
Jude.

Als der Feind seine Soldaten in die Stadt Modi'in schickte um dort ein Götzenbild
aufzustellen und verlangte, sich vor diesem niederzuwerfen, erhob sich ein Jude mit der
Absicht, seiner religiösen Freiheit, Götzen zu dienen, Ausdruck zu geben, trat zum
Altar und verbeugte sich vor Zeus (und wirklich - wen geht das denn etwas an, vor wem
sich dieser Jude verbeugt?!), und dieser Jude, dieser Verräter, dieser sich gegen seine
Religion Auflehnende wurde vom tapferen, wunderbaren und mutigen Matitjahu
(beschreibt man ihn nicht so in den Schulaufführungen?) unter dem Schlachtruf: "Wer
mit G'tt hält, zu mir!" zu Boden geschlagen.

Was soll das heißen?! Welcher Mangel an religiöser Toleranz, welcher blinde Eifer! Für
was für einen Menschen mag die sozialistische Kibbuzjugend des "Schomer Haza'ir"
diesen Matitjahu halten, oder die jüdischen "Macher" in den amerikanischen
Mittelstädten, oder die scharfsinnigen Intellektuellen, oder die freidenkenden jüdischen
Liberalen, oder die uns mit ihrer Konzeption des Judentums als humanistischer Religion
ermüdenden Redner, offen für andere Gedanken und ohne jegliche Prinzipien? Was für
eine Art Mensch ist das, dass sie ihn ehrten?!

Und was uns noch mehr erschüttern muss ("uns", d.h. die "wissen", dass das Judentum
eine Religion des Friedens und gegen Gewaltanwendung ist): Welche Art Juden waren
jene, die sich mit Gewalt gegen die Unterdrückung auflehnten?!

Wir - die wir jüdische Gewaltanwendung als faschistisch ansehen, unmoralisch und vor
allem unjüdisch - stehen erschüttert vor diesen Juden, die die Syro-Griechen zu
erdolchen im Schilde führten, die statt stiller Diplomatie den Weg des Schwertes, der
Lanze und des Pfeiles wählten (hätten sie damals Bomben gehabt, wer weiß, was sie
sonst noch angerichtet hätten!), die sich "auf das Niveau der Gegenseite herabbegaben"
und damit die moralische Konzeption des "Judentums" mit Füßen traten.

*

Ist das die Art Fest, die wir verbreiten wollen? Sind das die Leute, die unsere
moralischen und humanistischen Kinder verehren sollen? Ist das das Judentum, das wir
bewahren und unseren Kindern hinterlassen wollen?

Wo findet sich der mutige Mann, der seine Stimme in gewaltigem Aufschrei erhebe
gegen das Chanuckafest und das Judentum, welches es symbolisiert, das Judentum
unserer Väter und Vorväter?

Wo findet sich der Mann von Ehre und Aufrichtigkeit, der das Judentum des
Mittelalters angreife und die nicht in unsere Zeit passende Idiotie, das Judentum des
finsteren Fanatismus, das die Abtrennung Jener fordert, die sich nicht nach dem Gesetz
richten, das gewalttätige Judentum, das den Juden erlaubt, mit Gewalt gegen den Feind
vorzugehen?

Wo findet sich der heroische Mut, mit Stolz bei unserm Chinesen zu essen, den
Schabbat zu entweihen und diesen ganzen religiösen Maximalismus abzuwehren, dieses
Nationalbewusstsein und das Betonen eines Andersseins, welche das Chanuckafest mit
solcher Niedertracht symbolisiert?

Nieder mit Chanucka!

Dieses Fest ist ein schwachsinniges Fest, das das Judentum so repräsentiert, wie es einst
und immer war, das Judentum, wie es uns am Berge Sinai gegeben wurde, das
Judentum, das unsere Vorväter dazu brachte, ihr Leben für G'tt zu geben, das Judentum,
dessen Wahrheit, Größe und praktische Anwendbarkeit junge Menschen instinktiv
fühlen.

Dieses Judentum ist für uns und unsere Führer gefährlich.
Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um es vergessen zu machen...