Search billions of records on Ancestry.com
   
Rabbiner Me'ir Kahane, H.J.D. - Biographie

Rabbiner Me'ir David Kahane - Führungspersönlichkeit, Philosoph, Idealist, Gelehrter,
Soldat, Aktivist, Kämpfer, Held, Rabbiner, Schriftsteller, Redner, Leiter einer Jeschiwa,
Vater, Großvater, Ehemann, Lehrer, Autor und Staatsmann. Rabbiner Me'ir Kahane
wurde am 1. August 1932 (29. Tammus 5692) geboren und am 5. November 1990
(18. Marcheschwan 5750) von einem Attentäter ermordet.

In seiner Jugend war er in der Betar-Bewegung aktiv. Er traf Jabotinsky, der bei seinen
Eltern zu Gast und ein enger Freund seines Vaters, Rabbi Charles Kahane, war.

Rabbiner Kahane und seine Frau Libby wohnten in Jerusalem, Israel. Dort lebten sie seit
ihrer Einwanderung aus den USA im Jahre 1971 mit ihren vier Kindern. Alle seine
Kinder, wie auch seine Ehefrau, beschäftigen sich mit der Redigierung und Herausgabe
seiner Bücher, Schriften und Manuskripte. Sein jüngster Sohn, Benjamin Se'ev Kahane,
leitete bis zu seiner Ermordung durch arabische Heckenschützen die von seinem Vater
gegründete Jeschiwa und war früher Leiter der "Kahane Chaj"-Bewegung.

Rabbiner Kahane erhielt seine Smicha (Ordination als Rabbiner) von der weltberühmten
Mirrer Jeschiwa in Brooklyn, New York. Er erlangte einen akademischen Grad in
internationalem Recht von der New York University.

Rabbiner Kahane wirkte in der ersten Hälfte der 60er Jahre als Prediger und Lehrer in
New York. In dieser Zeit war er auch Mit-Herausgeber der "Jewish Press", der damals
größten englischsprachigen jüdischen Zeitung der Welt. Als Korrespondent für die
"Jewish Press" arbeitete er bis zu seinem tragischen Tode.

Rabbiner Kahane verfasste viele Bücher über Judentum, Israel, Tora und Politik, sowohl
auf englisch als auch auf hebräisch. Er war bekannt für seine fesselnden Ansprachen in
Israel, in US-Universitäten und in Synagogen auf der ganzen Welt. Man sah ihn als
gewandten Sprecher und Redner, häufig auch in Fernseh- und Radio-Talkshows
auftretend.

Im Jahre 1968 gründete er die militante "Jewish Defense League", um den gefährlich
zunehmenden Antisemitismus in den Innenstädten zu bekämpfen. Zu jener Zeit waren
besonders arme und ältere Juden leichtes Spiel für judenhassende Halbstarke. Rabbiner
Kahane rettete diese verlassenen Juden und änderte das Image des schwächlichen und
verwundbaren Juden in das eines mächtigen Kämpfers, der sich gegen Tyrannen
entschlossen zur Wehr setzt. Judenhasser auf der ganzen Welt begannen schnell, den
Zorn und die Vergeltung von Kahanes "Chaja-Schwadrons", einer Gruppierung innerhalb
der JDL, zu respektieren und zu fürchten, wodurch es gelang, vor möglichen
Kriminaltaten gegen Juden abzuschrecken. Die JDL machte sich sowohl lokale Themen
und Probleme als auch globale jüdische Probleme zu eigen. Die JDL war die erste
Gruppierung, die effektiv die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Leiden der
Juden in der Sowjetunion lenkte. Dies gelang ihr durch den Gebrauch von
unkonventionellen und manchmal auch gewaltsamen Taktiken, die auf die Leiden von
Millionen unterdrückter Juden hinter dem eisernen Vorhang aufmerksam machten. Der
JDL gelang es, dieses Thema von den hinteren Seiten in die Schlagzeilen, wo es
hingehörte, zu rücken.

So wurde Rabbiner Kahane zum "Moses" der russischen Judenheit. Es dauerte dann
nicht mehr lange, bis auch die größeren, etablierten jüdischen Organisationen beschämt
zu Aktivitäten gezwungen waren, nach so vielen Jahren der Apathie und Gleichgültigkeit.
Russische Juden wurden zu Hunderttausenden herausgelassen, dank Rabbiner Kahanes
Hingabe und Vision. Aber wie er sagte, "mehr als das, was wir für die russischen Juden
bewirkten, taten diese für die ziellose amerikanisch-jüdische Jugend, die endlich für ein
jüdisches Anliegen kämpfen konnte, und das tat sie denn auch mit ungeahnten Kräften,
ohne Schlaf und ihre Freiheit riskierend, was ihre Eltern niemals für ihre jüdischen
Brüder und Schwestern, die im Holocaust umkamen, getan hatten".

Rabbiner Kahane prägte den Ausdruck "Never Again", was nicht heißen sollte, der
Holocaust könne nicht noch einmal geschehen. Vielmehr sollte er verkünden, dass Juden
nie wieder tatenlos zusehen werden, wenn ihre Brüder sie zu Hilfe rufen.

Rabbiner Kahane musste häufig einsitzen und wurde auch wegen seiner Aktionen in
Zusammenhang mit dem Feldzug für sowjetische Juden zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Andere berühmte Themen, für die Rabbiner Kahane kämpfte, beinhalteten die Frage der
jüdischen Identität und Kontinuität. Noch lange, bevor das etablierte Judentum erkannte,
dass es überhaupt ein Problem gab, verlangte er, dass jüdische Geldmittel vor allem für
jüdische Anliegen verwendet werden, besonders für jüdische Erziehung. Er sprach sich
lautstark gegen Mischehen und Assimilation der jüdischen Jugend aus. Er rettete tausende
verlorener jüdischer Seelen vor spiritueller Zerstörung. Die Einwanderung nach Israel
nahm eine weitere Schlüsselposition in den von ihm gestarteten Feldzügen ein.
Tatsächlich wurde er während eines Vortrages bei der dringend einberufenen
Z.E.E.R.O.-Konferenz zur massiven Einwanderung amerikanischer Juden nach Israel
umgebracht. Er veranlasste persönlich hunderte jüdische Familien zur Alija
(Einwanderung nach Israel).

Nach seiner eigenen Einwanderung gründete er die "Kach"-Bewegung. "Kach" war
besonders bekannt für sein Manifest, das nach Entfernung der feindlichen arabischen
Bevölkerung aus Israel und die vollständige Annektion sowie unbeschränkte jüdische
Besiedlung der 1967 befreiten Gebiete verlangte. Er glaubte, dass die Besiedlung des
Landes ohne die vorherige Entfernung der feindseligen Araber nicht den gewünschten
Erfolg zeitigen werde. Er sagte Autonomie und Rückzug voraus, lange bevor der Likud
die Camp-David Verträge abschloss und überhaupt irgendjemand an die Oslo-
Prinzipiendeklaration dachte.

Rabbiner Kahane wurde von vielen für das Zitieren jüdischer Quellen über die
Auserwähltheit der jüdischen Nation und ihr exklusives Recht am Lande Israel verachtet.
Viele hassten ihn für die Hervorhebung des Widerspruches zwischen authentischem
Judentum und westlicher Demokratie. Er pflegte zu sagen: "Judentum ist nicht Jefferson,
und der Mittlere Osten ist nicht der Mittlere Westen". Rabbiner Kahane brachte
"komfortablen" Juden ein unkomfortables Gefühl, indem er sie dazu zwang, sich mit
schmerzhaften Wahrheiten und schmerzhaften Antworten, über die sie sich standhaft
nachzudenken geweigert hatten, zu befassen.

Rabbiner Kahane wurde in Israel mehrfach sowohl von Regierungen der Arbeiterpartei
als auch des Likud inhaftiert. Er war der erste Jude, der in administrativer Haft gehalten
wurde, d.h. ohne formale Anklage oder Prozess. Er war auch der erste Jude, der für seine
Vorschläge bezüglich des Bevölkerungsaustausches wegen Aufruhrs angeklagt wurde.
Ebenso war Rabbiner Kahane ein Vorkämpfer im Feldzug zur Rettung der syrischen und
äthiopischen Juden, wie auch im Kampf gegen Sekten und Missionare im heiligen Land.

Rabbiner Kahane träumte von der Schaffung eines unabhängigen Israels, das nicht länger
die Nichtjuden fürchtete. Er träumte von einem israelischen Staat, der den Namen G'ttes
durch jüdische Macht und den Glauben an G'tt heiligen werde.

Rabbiner Kahane wurde 1984 in die Knesset gewählt. Er stand der am schnellsten
wachsenden Partei in der Geschichte Israels vor. Nach den Umfragen hätte er in den für
1988 geplanten Wahlen 12 Sitze erhalten. Wenn man ihn nicht von der Teilnahme
ausgeschlossen hätte, wäre seine Partei womöglich die drittstärkste im Lande geworden
und er auf dem Wege zum nächsten Regierungschef. Likud und Arbeiterpartei
beschlossen gemeinsam Kahanes Ausschluss von den 1988er Wahlen.

Zwei Jahre später wurde er umgebracht. In Israels Geschichte hatte es noch nie einen so
großen Trauerzug gegeben. Niemals zuvor standen so unterschiedliche Juden
beieinander. Alle Feinde Israels feierten seinen Tod. Ein Großteil der israelischen Linken
sagte in Leitartikeln in der israelischen Presse kurz nach seinem Tod das Ende seiner
Jeschiwa und seiner Programme voraus. Zu ihrem Erstaunen und auch Enttäuschung
fahren Rabbiner Kahanes Jeschiwa und seine Programme fort zu existieren. Manche
wuchsen sogar und weiteten ihren Wirkungskreis trotz ständiger Behinderung und
Verboten seitens der Regierung.
------------------------------------------------------------------------------------------------------
Quelle: http://www.kahane.org