In seiner Jugend war er in der Betar-Bewegung
aktiv. Er traf Jabotinsky, der bei seinen
Eltern zu Gast und ein enger Freund seines
Vaters, Rabbi Charles Kahane, war.
Rabbiner Kahane und seine Frau Libby wohnten
in Jerusalem, Israel. Dort lebten sie seit
ihrer Einwanderung aus den USA im Jahre
1971 mit ihren vier Kindern. Alle seine
Kinder, wie auch seine Ehefrau, beschäftigen
sich mit der Redigierung und Herausgabe
seiner Bücher, Schriften und Manuskripte.
Sein jüngster Sohn, Benjamin Se'ev Kahane,
leitete bis zu seiner Ermordung durch
arabische Heckenschützen die von seinem Vater
gegründete Jeschiwa und war früher
Leiter der "Kahane Chaj"-Bewegung.
Rabbiner Kahane erhielt seine Smicha
(Ordination als Rabbiner) von der weltberühmten
Mirrer Jeschiwa in Brooklyn, New York.
Er erlangte einen akademischen Grad in
internationalem Recht von der New York
University.
Rabbiner Kahane wirkte in der ersten Hälfte
der 60er Jahre als Prediger und Lehrer in
New York. In dieser Zeit war er auch Mit-Herausgeber
der "Jewish Press", der damals
größten englischsprachigen
jüdischen Zeitung der Welt. Als Korrespondent für die
"Jewish Press" arbeitete er bis zu seinem
tragischen Tode.
Rabbiner Kahane verfasste viele Bücher
über Judentum, Israel, Tora und Politik, sowohl
auf englisch als auch auf hebräisch.
Er war bekannt für seine fesselnden Ansprachen in
Israel, in US-Universitäten und in
Synagogen auf der ganzen Welt. Man sah ihn als
gewandten Sprecher und Redner, häufig
auch in Fernseh- und Radio-Talkshows
auftretend.
Im Jahre 1968 gründete er die militante
"Jewish Defense League", um den gefährlich
zunehmenden Antisemitismus in den Innenstädten
zu bekämpfen. Zu jener Zeit waren
besonders arme und ältere Juden leichtes
Spiel für judenhassende Halbstarke. Rabbiner
Kahane rettete diese verlassenen Juden
und änderte das Image des schwächlichen und
verwundbaren Juden in das eines mächtigen
Kämpfers, der sich gegen Tyrannen
entschlossen zur Wehr setzt. Judenhasser
auf der ganzen Welt begannen schnell, den
Zorn und die Vergeltung von Kahanes "Chaja-Schwadrons",
einer Gruppierung innerhalb
der JDL, zu respektieren und zu fürchten,
wodurch es gelang, vor möglichen
Kriminaltaten gegen Juden abzuschrecken.
Die JDL machte sich sowohl lokale Themen
und Probleme als auch globale jüdische
Probleme zu eigen. Die JDL war die erste
Gruppierung, die effektiv die Aufmerksamkeit
der Weltöffentlichkeit auf die Leiden der
Juden in der Sowjetunion lenkte. Dies
gelang ihr durch den Gebrauch von
unkonventionellen und manchmal auch gewaltsamen
Taktiken, die auf die Leiden von
Millionen unterdrückter Juden hinter
dem eisernen Vorhang aufmerksam machten. Der
JDL gelang es, dieses Thema von den hinteren
Seiten in die Schlagzeilen, wo es
hingehörte, zu rücken.
So wurde Rabbiner Kahane zum "Moses" der
russischen Judenheit. Es dauerte dann
nicht mehr lange, bis auch die größeren,
etablierten jüdischen Organisationen beschämt
zu Aktivitäten gezwungen waren, nach
so vielen Jahren der Apathie und Gleichgültigkeit.
Russische Juden wurden zu Hunderttausenden
herausgelassen, dank Rabbiner Kahanes
Hingabe und Vision. Aber wie er sagte,
"mehr als das, was wir für die russischen Juden
bewirkten, taten diese für die ziellose
amerikanisch-jüdische Jugend, die endlich für ein
jüdisches Anliegen kämpfen konnte,
und das tat sie denn auch mit ungeahnten Kräften,
ohne Schlaf und ihre Freiheit riskierend,
was ihre Eltern niemals für ihre jüdischen
Brüder und Schwestern, die im Holocaust
umkamen, getan hatten".
Rabbiner Kahane prägte den Ausdruck
"Never Again", was nicht heißen sollte, der
Holocaust könne nicht noch einmal
geschehen. Vielmehr sollte er verkünden, dass Juden
nie wieder tatenlos zusehen werden, wenn
ihre Brüder sie zu Hilfe rufen.
Rabbiner Kahane musste häufig einsitzen
und wurde auch wegen seiner Aktionen in
Zusammenhang mit dem Feldzug für
sowjetische Juden zu Gefängnisstrafen verurteilt.
Andere berühmte Themen, für die
Rabbiner Kahane kämpfte, beinhalteten die Frage der
jüdischen Identität und Kontinuität.
Noch lange, bevor das etablierte Judentum erkannte,
dass es überhaupt ein Problem gab,
verlangte er, dass jüdische Geldmittel vor allem für
jüdische Anliegen verwendet werden,
besonders für jüdische Erziehung. Er sprach sich
lautstark gegen Mischehen und Assimilation
der jüdischen Jugend aus. Er rettete tausende
verlorener jüdischer Seelen vor spiritueller
Zerstörung. Die Einwanderung nach Israel
nahm eine weitere Schlüsselposition
in den von ihm gestarteten Feldzügen ein.
Tatsächlich wurde er während
eines Vortrages bei der dringend einberufenen
Z.E.E.R.O.-Konferenz zur massiven Einwanderung
amerikanischer Juden nach Israel
umgebracht. Er veranlasste persönlich
hunderte jüdische Familien zur Alija
(Einwanderung nach Israel).
Nach seiner eigenen Einwanderung gründete
er die "Kach"-Bewegung. "Kach" war
besonders bekannt für sein Manifest,
das nach Entfernung der feindlichen arabischen
Bevölkerung aus Israel und die vollständige
Annektion sowie unbeschränkte jüdische
Besiedlung der 1967 befreiten Gebiete
verlangte. Er glaubte, dass die Besiedlung des
Landes ohne die vorherige Entfernung der
feindseligen Araber nicht den gewünschten
Erfolg zeitigen werde. Er sagte Autonomie
und Rückzug voraus, lange bevor der Likud
die Camp-David Verträge abschloss
und überhaupt irgendjemand an die Oslo-
Prinzipiendeklaration dachte.
Rabbiner Kahane wurde von vielen für
das Zitieren jüdischer Quellen über die
Auserwähltheit der jüdischen
Nation und ihr exklusives Recht am Lande Israel verachtet.
Viele hassten ihn für die Hervorhebung
des Widerspruches zwischen authentischem
Judentum und westlicher Demokratie. Er
pflegte zu sagen: "Judentum ist nicht Jefferson,
und der Mittlere Osten ist nicht der Mittlere
Westen". Rabbiner Kahane brachte
"komfortablen" Juden ein unkomfortables
Gefühl, indem er sie dazu zwang, sich mit
schmerzhaften Wahrheiten und schmerzhaften
Antworten, über die sie sich standhaft
nachzudenken geweigert hatten, zu befassen.
Rabbiner Kahane wurde in Israel mehrfach
sowohl von Regierungen der Arbeiterpartei
als auch des Likud inhaftiert. Er war
der erste Jude, der in administrativer Haft gehalten
wurde, d.h. ohne formale Anklage oder
Prozess. Er war auch der erste Jude, der für seine
Vorschläge bezüglich des Bevölkerungsaustausches
wegen Aufruhrs angeklagt wurde.
Ebenso war Rabbiner Kahane ein Vorkämpfer
im Feldzug zur Rettung der syrischen und
äthiopischen Juden, wie auch im Kampf
gegen Sekten und Missionare im heiligen Land.
Rabbiner Kahane träumte von der Schaffung
eines unabhängigen Israels, das nicht länger
die Nichtjuden fürchtete. Er träumte
von einem israelischen Staat, der den Namen G'ttes
durch jüdische Macht und den Glauben
an G'tt heiligen werde.
Rabbiner Kahane wurde 1984 in die Knesset
gewählt. Er stand der am schnellsten
wachsenden Partei in der Geschichte Israels
vor. Nach den Umfragen hätte er in den für
1988 geplanten Wahlen 12 Sitze erhalten.
Wenn man ihn nicht von der Teilnahme
ausgeschlossen hätte, wäre seine
Partei womöglich die drittstärkste im Lande geworden
und er auf dem Wege zum nächsten
Regierungschef. Likud und Arbeiterpartei
beschlossen gemeinsam Kahanes Ausschluss
von den 1988er Wahlen.
Zwei Jahre später wurde er umgebracht.
In Israels Geschichte hatte es noch nie einen so
großen Trauerzug gegeben. Niemals
zuvor standen so unterschiedliche Juden
beieinander. Alle Feinde Israels feierten
seinen Tod. Ein Großteil der israelischen Linken
sagte in Leitartikeln in der israelischen
Presse kurz nach seinem Tod das Ende seiner
Jeschiwa und seiner Programme voraus.
Zu ihrem Erstaunen und auch Enttäuschung
fahren Rabbiner Kahanes Jeschiwa und seine
Programme fort zu existieren. Manche
wuchsen sogar und weiteten ihren Wirkungskreis
trotz ständiger Behinderung und
Verboten seitens der Regierung.
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Quelle: http://www.kahane.org